Achtung Betrüger am Telefon! Schlüsselfundservice Verlängerung

5. März 2017

Gegen dreiste Telefonverkäufer kann man sich wehren. Aktuelle Täuschungsmanöver und wie man sich dagegen wehren kann.

Es geht Ihnen vielleicht wie mir. Sie haben diese Schlüsselfundmarke am Schlüsselbund, damit Sie im Verlustfall Ihre Schlüssel per Post wieder zugeschickt erhalten. Es ist eine Art Plakette, die mit einer Nummer auf Ihre Adresse verweist. So können die Schlüssel von der Schlüsselfundstelle an Sie zurück geschickt zu werden.

Vor ein paar Tagen erhielt ich eines Abends einen Telefonanruf von der Schlüsselfundstelle. Mein 10-jähriger Vertrag sei abgelaufen. Um sicherzustellen, dass ich meine Schlüssel auch in Zukunft bei Verlustfall wiedererhalte, bietet man mir an, eine Verlängerung für weitere 10 Jahre einzugehen. Als ich nachgefragt habe, wie sie denn auf meine Telefonnummer kommen, wurde mir gesagt, ich stehe im System und man hat meine Daten zitiert. Ich würde für CHF 120.00 für weitere 10 Jahre sogar einen Zusatzschlüsselanhänger sowie einen Gepäckanhänger erhalten.

Es kam mir etwas komisch vor. Trotzdem habe ich der Verlängerung zugesagt. Vor dem Wochenende kam dann dieser Brief mit drei Schlüsselplaketten. Diese waren jedoch NICHT von derselben Firma. Ausserdem sahen sie sehr billig aus und waren mit Kleinstschrift beschrieben. Die Firma nennt sich We-find. Im Internet recherchiert, stiess ich sehr schnell auf einen Artikel des Beobachters.

Sofort habe ich eine Email an die info@we-find.ch verfasst mit folgendem Text:

„Hallo

Eine Ihrer Call-Center Damen hat mir vorgegaukelt, sie rufe von meiner Schlüsselfind Firma an. Als ich das anzweifelte, fragte sie noch frech, woher sie denn sonst meine Adresse und Telefonnummer hätte. Damit hat sie mich getäuscht und mir falsche Angaben gemacht.

Als die Marken per Post gekommen sind und ich festgestellt hatte, dass sie ganz anders aussehen, als meine jetzige Schlüsselfundmarke, habe ich im Internet recherchiert. Im „Beobachter“ bin ich fündig geworden. Diese Methode scheint Ihre Taktik zu sein, um Kunden zu täuschen.

Deshalb schicke ich die Marken per Einschreiben an Sie zurück und trete per sofort von diesem Vertrag zurück. Ich bitte Sie davon abzusehen, mir eine Rechnung zu schicken, da ich wegen Ihres Betrugs die Fundmarken nicht benutzen werde und deshalb auch nicht dafür bezahlen werde. Ausserdem löschen Sie mich per sofort aus ihrer Kundendatei.

Ansonsten werde ich die Angelegenheit meinem Rechtsanwalt übergeben.“

Das hat bereits etwas genützt: die Antwort kam innerhalb 24 Stunden. Der Vertrag werde bei Eintreffen der retournierten Fundmarken annulliert und „we-find“ wird von einer Rechnung absehe. Die Marken habe ich per Einschreiben nach Berlin zurückgeschickt.

Damit bin ich noch vorsichtiger geworden und hoffe mit diesem Beispiel aufzuzeigen, dass man sich wehren kann, auch wenn es immer mehr Telefonverkäufer gibt, die mit Täuschungen vorgehen.

Marie-Thérèse Maeder